Die „goldenen“ Zwanziger jahre / The „golden“ Twenties

Sprecher: Christian Hoyer, Quelle: Stadtmuseum Herzogenaurach

Eine Zeit voller Gegensätze beginnt nach den Schrecken des Weltkriegs: zwischen Lebenslust und sozialem Elend, zwischen Wirtschaftsboom und Wirtschaftskrisen. Viele wollen einen Neuanfang wagen. In Herzogenaurach kommt es zur Gründung vieler kleiner Schuhfabriken. Um 1920 ist die Vorkriegsproduktion in der Schuhindustrie erreicht. Die meisten Firmen schlittern in den Konkurs, als die Inflation in Deutschland 1923 ihren Höhepunkt erreicht. Mitte der 1920er Jahre prägen hohe Arbeitslosenzahlen das Leben an der Aurach. Staatlich geförderte Notstandsarbeiten können das Elend nur geringfügig lindern.

Dennoch nimmt das Leben Fahrt auf. Mit Motorrädern und Automobilen, die den Ausbau des Straßennetzes einfordern. Vereine erleben eine Blütezeit: An jedem Wochenende findet ein Fest, ein Wettkampf oder ein Konzert statt. Und der Rhythmus des Jahrzehnts wird durch das Aufblühen von Musik und Tanz bestimmt. Die Menschen begeistern sich an Jazz, Charleston oder Shimmy, die sich im Repertoire der Herzogenauracher Tanzkapellen wiederfinden.

Um 1900 schimmern an der Aurach noch Gaslaternen durch die Nacht. Die Stromversorgung von 1921 bringt die erste elektrische Straßenbeleuchtung. Mit der Elektrizitat hält die Moderne Einzug in die oberfränkische Kleinstadt: Sie ermöglicht Kino und Varieté. Der Achtstundentag lässt mehr Zeit für diese und andere Freizeitvergnügungen. Nicht zuletzt für den Sport.


A period full o f contrasts began after the horrors of the First World War: between joie de vivre and social misery, between economic boom and economic crisis. Many small shoe factories were founded in Herzogenaurach. The shoe industry reached pre-war production around 1920. Most of the companies slid into bankruptcy when inflation in Germany peaked in 1923. In the mid- 1920s, high unemployment rates characterized life on the Aurach. State-sponsored emergency work could only alleviate the misery marginally.

Nevertheless, life picked up speed when motorcycles and automobiles led to a demand for the expansion of the road networks. Clubs were flourishing: every weekend there was a festival, a competition, or a concert. The rhythm of the decade was determined by the blossoming of music and dance. People were fascinated by jazz, Charleston, or shimmy, which were included in the repertoire of Herzogenaurach’s dance bands.

Around 1900, gas lanterns still shimmered through the darkness of night on the Aurach. The electricity supply from 1921 delivered the first electric street lighting. Electricity brought modernity to the Upper Franconian town: it made cinema and variety shows possible. An eight-hour day left more time for these and other leisure activities. Not least for sports.