Zwischen Tradition und Moderne / Between Tradition and Modernity

Sprecher: Christian Hoyer, Quelle: Stadtmuseum Herzogenaurach

1910 feiert die einst bambergische Landstadt Herzogenaurach ihre 100-jährige Zugehörigkeit zu Bayern. Im Schloss sind Amtsgericht und Finanzamt untergebracht. Das Bezirksamt, die Behörde für die innere Verwaltung,  befindet sich nach der Zusammenlegung seit 1862 in Höchstadt an der Aisch.

Mit der Eröffnung der Lokalbahn 1894 gewinnen die rund 3.000 Herzogenauracher – mit Verspätung – Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Sommer 1906 werden die ersten Telefonkabel entlang der Herzogenauracher Hauptstraße verlegt. Die Zahl der Telefonanschlüsse bleibt lange niedrig.

Die Stadt wird für den Fremdenverkehr vom Verschönerungsverein herausgeputzt, ein mondänes Kurhotel entsteht, 1908 das Stadtmuseum eröffnet und die idyllisch gelegenen Weihersbachanlagen werden zum  Besuchermagnet.

Der Erste Weltkrieg bedeutet auch für die Herzogenauracher große Entbehrungen und viel Leid. Über 120 junge Männer kehren von den Schlachtfeldern nicht in ihre Heimat zurück. Die Revolution von 1918 stürzt Könige und Kaiser vom Thron. Mit der neuen demokratisch-republikanischen Regierungsform in Deutschland und im Freistaat Bayern hält die kommunale Selbstverwaltung für die bayerischen Gemeinden Einzug. Und die Herzogenauracherinnen dürfen 1919 in einem eigens für Frauen im Mädchenschulhaus eingerichteten Wahllokal zum ersten Mal wählen.


In 1910, the once Bamberg town of Herzogenaurach celebrated its 100th year affiliation to Bavaria. The castle building housed the district magistrates‘ court and tax office. The district office, the authority for internal  administration, had been located in Höchstadt an der Aisch since 1862. 

With the opening of the local railway in 1894, the approximately 3,000 inhabitants of Herzogenaurach were connected to the railway network, albeit with a delay. In the summer o f 1906, the first telephone cables were laid along Herzogenaurach’s main street. The number of telephone lines remained low for a long time.

The town was spruced up for tourism by the Beautification Association, (Verschönerungsverein) a sophisticated spa hotel was built, the town museum was opened i n 1908 and the idyllically situated Weihersbach facilities became a magnet for visitors. 

The First World War also brought great hardship and suffering to the people of Herzogenaurach. More than 120 young men did not return home from the battlefields. The revolution of 1918 toppled kings and emperors from the throne. The new democratic-republican form off Government in Germany, along with the Free State of Bavaria, allowed for the introduction of a local self-government for Bavarian municipalities. In 1919, the women of  Herzogenaurach were allowed to vote for the first time in a polling station specially set up for women in the girl’s schoolhouse.