Christoph Daßler
Sprecher: Christian Hoyer, Quelle: Stadtmuseum Herzogenaurach
Über etwa fünf Jahrhunderte hinweg haben die Tuchmacher und Färber das wirtschaftliche Leben an der Aurach dominiert. Im Zuge der industriellen Revolution befindet sich der Gewerbezweig im Niedergang. Trotz ernsthafter Bemühungen durch Einsatz moderner Spinnmaschinen und dem Aufbau von Dampfspinnereien halten die Herzogenauracher dem Konkurrenzdruck industriell erzeugter Textilien nicht stand.
Christoph Daßler (1864-1945) ist einer der letzten Tuchmacher. Nach dem frühen Tod seines Vaters Franz (1831-1869) erlernt er das Handwerk seiner Vorfahren bei Verwandten. Als 20-Jähriger geht er – auch wegen des Arbeitsmangels zuhause – auf Wanderschaft. Ziel ist die thüringische Tuchmacherstadt Gera, die Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der industrialisierten Textilherstellung wird. Dort findet er Arbeit, erwirbt 1891 das Bürgerrecht und heiratet Pauline Spritulla. Veranlasst durch die Krise der Geraer Textilindustrie, kehrt er 1898 nach Herzogenaurach zurück.
Hier sattelt er zum Schuhmacher um und kann seine Erfahrungen mit modernen Maschinen bei der Schuhfabrik Berneis einbringen. Mit der Tuchmacherei beschäftigt er sich weiterhin als Heimatforscher. Er ist zeitweise Vorsitzender des Historischen Vereins, schreibt Herzogenauracher Geschichte auf und wird zu einem der Hauptinitiatoren des Stadtmuseums.
Clothmakers dominated economic life at the Aurach for about five centuries. However, in the wake o f the industrial revolution the industry was in decline. Despite serious efforts by modern spinning machines and the construction of steam powered spinning mills, Herzogenaurach could not withstand the competitive pressure of industrially produced textiles.
Christoph Daßler (1864-1945) was one of the last clothmakers. After the early death of his father Franz (1831-1869), he learned the trade of his ancestors from relatives. At the age of 20, he became a journeyman, partly because of a lack of work at home. His destination was the Thuringian cloth-making town of Gera, which became a centre of industrialised textile production at the end o f the 19th century. There he found work, acquired citizenship in 1891 and married Pauline Spritulla. He returned to Herzogenaurach in 1898 prompted by the crisis in Gera’s textile industry.
Here he switched to shoemaking and was able to lend his experience of modern machinery to the Berneis shoe factory. He continued to occupy himself with cloth-making as a local historian. For a time, he was chairman of the Local Heritage Society, wrote about the history of Herzogenaurach and became one of the main initiators of the town museum.
