Die Dasslers zu Kriegsende und in der Nachkriegszeit / The Dasslers at the end of the war and in the post-war period
Sprecher: Christian Hoyer, Quelle: Stadtmuseum Herzogenaurach
Die Stadt Herzogenaurach hat die Kriegszeit nahezu unbeschädigt überstanden. Mit dem Einmarsch der US-Amerikaner a m 16. April 1945 geht der Krieg an der Aurach zu Ende. Sämtliche Arbeiten in der Dassler-Fabrik kommen zum Erliegen. Schon wenige Woche später darf sie wieder produzieren. Allerdings unter Treuhandschaft, denn die Dasslers waren in der Partei. Rund 40 Arbeiterinnen und Arbeiter und zwei Angestellte fertigen verschiedene Sportschuhmodelle, vor allem für die amerikanische Militärverwaltung.
Es geht wieder weiter. Und doch ist nichts wie vor dem Krieg. Das Verhältnis der Brüder ist bereits in der Kriegszeit zerrüttet. Während Adolf Dassler nach einem kurzen Einsatz als Funker die Fabrik weiterführen darf, bleibt Bruder Rudolf nach seinem Kriegsdienst (1943-1945) noch bis 1947 in amerikanischer Internierungshaft. Meinungsverschiedenheiten, gegenseitige Verdächtigungen, die langwierigen Entnazifizierungsverfahren u.v.m. belasten die Beziehung der beiden Brüder und ihrer Familien weiter.
Mitte 1947 erhalten die Brüder ihr Unternehmen aus Treuhandschaft zurück und Rudolf feiert seinen Einstand. Im Hintergrund laufen längst die Vorbereitungen für eine „gütliche Trennung“. Mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 in den Westzonen Deutschlands ist es so weit. Vertraglich wird geregelt, dass die Brüder das Gesellschaftsvermögen zu gleichen Teilen erhalten. Während Rudolf Dassler das Werk II an der Würzburger Straße übernimmt, führt Adolf Dassler das Fabrikunternehmen in der Nähe des Herzogenauracher Bahnhofs weiter. Ihren Beschäftigten überlassen sie die freie Wahl, für welchen der beiden Brüder sie in Zukunft arbeiten wollen.
Die Trennung der beiden Brüder und die offizielle Löschung der Firma Gebrüder Dassler im Jahr 1948 ist gleichzeitig der Beginn von zwei neuen Erfolgsgeschichten aus Herzogenaurach: adidas und PUMA. Mehr dazu
erfahren Sie in der Dauerausstellung des Stadtmuseums.
Herzogenaurach survived the war almost unscathed. The war on the Aurach came to an end with the arrival o f the American troops on 16th April 1945. All work in the Dassler factory came to a standstill. Just a few weeks later, production was allowed to resume, albeit under trusteeship because the Dasslers were members of the party. Around forty female and two male employees manufactured various models of sports shoe, mainly for the American military administration.
Things continued and yet nothing was the same as it was before the war. The relationship between the brothers had already broken down during the war. While Adolf Dassler was allowed to continue running the factory after a brief stint as a radio operator, his brother Rudolf remained in American internment until 1947 after his military service (1943-1945). Disagreements, mutual suspicions, lengthy denazification procedures and much more put a further burden on the relationship between the two brothers and their families.
In mid-1947, the brothers received their company back from the trustees and Rudolf made a new start. Preparations for an „amicable separation“ had long been underway. The right time had come with the currency reform of 20th June 1948 in the western zones of Germany. The contract stipulated that the brothers would receive equal shares o f the company assets. While Rudolf Dassler took over Plant II in the Würzburger Strasse, Adolf Dassler continued to run the factory near the Herzogenaurach train station. They left their employees free to choose which of the two brothers they wanted to work for in the future.
The separation of the two brothers and the official liquidation of the Gebrüder Dassler company in 1948 also marked the beginning of two new success stories in Herzogenaurach: adidas and PUMA. You can find out more about this in the town museum’s permanent exhibition.
