Expansion gegen den Trend / Expansion against all odds
Sprecher: Christian Hoyer, Quelle: Stadtmuseum Herzogenaurach
Die Schuhbranche in Herzogenaurach ist in den Zwanzigerjahren sehr störungsanfällig. Stadtpfarrer Josef Müller notiert in die Pfarrchronik, dass Ende 1925 etwa 80 Prozent aller hiesigen Arbeiter erwerbslos sei. Die Krise der Schuhindustrie, bald eng verbunden mit der Weltwirtschaftskrise, hält bis 1933 an. In diesem Zusammenhang ist das kontinuierliche Wachstum des Umsatzes der Gebrüder Dassler in den Jahren 1927 bis 1933 außergewöhnlich. Die Strategie, sich auf Sportschuhe zu spezialisieren, bewährt sich.
Die Aufwärtsentwicklung spiegelt sich in der baulichen Expansion der Firma wider. Zweimal (1921 und 1924) muss die Werkstatt am
Hirtengraben erweitert werden. 1927 ergibt sich die Möglichkeit für eine dringend nötige Erweiterung, als die ehemalige Schuhfabrik der Firma J. Weil aus Fürth i n der Kreuzgasse 2 angemietet werden kann. Das direkt am Bahnhof gelegene Werksgelände erwerben die Dasslers 1930. 1932/1933 wird das Gebäudeensemble um ein Wohnhaus erweitert. Das Fabrikgebäude selbst wird 1938 aufgestockt. Es erhalt ein zweites Vollgeschoss und einen turmartigen Aufbau an der Ostseite. 1939 wird schließlich die ehemalige Schuhfabrik Lohmaier & Söhne an der Würzburger Straße 13 angekauft. Der unerwartete Beginn des Zweiten Weltkriegs stellt für den weiteren Aufbau der Sportschuhfabrik eine einschneidende Zäsur dar.
The shoe industry in Herzogenaurach was very susceptible to disruption in the 1920s.The parish priest Josef Müller noted in the parish chronicle that at the end of 1925 around 80 percent of all local workers were unemployed. Before long. the crisis in the shoe industry was closely linked to the Great Depression and lasted until 1933. In this context the steady growth o f the Dassler brothers‘ turnover between 1927 and 1933 was exceptional. The strategy of specialising in sports shoes had proven to be successful.
This upward trend was reflected in the company’s structural expansion. The workshop in the Hirtengraben had to be expanded twice in 1921 and in 1924. In 1927, the opportunity for an urgently needed expansion arose when the former shoe company J. Weil from Fürth, Kreuzgasse 2, was available to rent. The Dasslers acquired the factory site directly next to the train station in 1930. In 1932/1933 the building complex was expanded to include a residential building. The factory building itself was extended in 1938 when a second storey was added along with a tower-like structure o n the east side of the building. In 1939, the former shoe factory Lohmaier & Sons at Würzburger Strasse 13 was finally bought. The unexpected start of the Second World War marked a decisive turning point for the future development of the sports shoe factory.
